18. KC Club Treffen, Klappe die 2.

von Steffen Gruhn


Warum Klappe die 2. werden sich jetzt viele fragen, ich hatte den Bericht schon zu 90% fertig, da verließ mich meine Festplatte auf der ich so was speichere. Na ja und wie das so immer ist, Datensicherung ist schon eine Weile her. Ergo, Bericht futsch. Und wie so jeder selber weiß, die Lust und die Zeit ist nicht grad mit dem großen Löffel verteilt worden.  Aber nun ein neuer Anlauf mit dreifacher Sicherung.
Da uns letztes Jahr die Größe in Garitz so imponiert hatte, fand auch das diesjährige Treffen wieder in Garitz statt. Gleich vorne weg, der Zuspruch an der alten Technik wird anscheinend jedes Jahr größer. Auch dieses Jahr konnten wir einen neuen Rekord bei den Besuchern des Treffens in die nicht geführte Statistik eintragen. Der neue Rekord liegt bei  74 gezählten Besuchern am Samstag.
Da ich am Freitag leider nicht frei bekommen hatte, konnte ich erst nach 14 Uhr Richtung Garitz los. Wiedererwartend war es auf den Autobahnen recht leer, und ich kam zügig voran. Einen Platz hatte ich mir ja reservieren lassen, hat auch gut geklappt und reichlich Platz ist ja da. Diesmal hatte ich nicht so viel dabei, die Schlepperei vom letzten Jahr, war mir noch gut in Erinnerung. Als kleinen optischen Anreiz hatte ich meinen 5x5x5er LED Würfel dabei der dann munter seine gespeicherten „Animationen“ 3Dimensional präsentierte. 3D ist ja sowieso in aller Munde…
Für einen Freitagabend war der Saal schon recht gut gefüllt. Einziges Manko, der Saal war sau kalt. Das sollte sich auch das ganze Wochenende nicht ändern. Die Heizung war angeblich defekt. Wenn das nächstes Jahr auch wieder ist, verfeuer ich das Paket aus dem Saal… Wo ich grad beim „meckern“ bin, im Gegensatz zu letztem Jahr fand ich auch das Essen nicht mehr ganz so gelungen. Trotzdem ein Lob von hier an die  Küche, immerhin haben sie uns und noch eine Feier zeitgleich verköstigt.
Zimmer hatte ich eigentlich mal gehofft auf die linke Seite – BuissnesClass zukommen, aber Guido hat es leider vergessen, überhaupt ein Zimmer  zu belegen. So blieb uns wieder nur die rechte Seite – Holzklasse übrig. Diesmal mit eigenem Waschbecken, dafür gleich neben der gut besuchten Toilette/Dusche. Jeder Pups, wirklich jeder, war zu hören, ganz zu schweigen von der rauschenden Wasserleitung… Dank Ohrstopsel konnte ich doch einigermaßen schlafen.
Faszinierend war der  Aufbau der Ascota die Rüdiger mitgebracht hatte. Ein Wunderwerk der mechanischen Rechentechnik. Doch dazu später mehr. Das Schöne an den jährlichen Treffen ist doch, die Leute alle wieder persönlich zu treffen. Dadurch kommt zwar die eine oder andere Technik zu kurz, aber man kann sich super Unterhalten und Fachsimpeln. Per Mail geht das zwar auch, ist aber nicht so eben… Der Freitag war so mal wieder viel zu kurz und da ich ja schon seit 5 Uhr auf den Beinen war, gingen bei mir um 1 Uhr die Lichter aus.
Der Samstag kam wie üblich viel zu früh, zumal ab ca. 6Uhr ein regelrechter Wasserfall im Nachbarzimmer losging. So ziemlich jeder wollte ja den angestauten Druck loswerden um auch in seine Hose zu passen. Da halfen auch meine Ohrstopseln nix, die zwar das Sägen von Guido erträglich werden ließen, aber gegen die geballte Kraft des Wassers keine Chance hatten. Die Niagarafälle sind bestimmt nicht lauter. Ich dacht noch so bei mir, wenn ich jetzt die Augen auf mache, winkt mir wer von der Schüssel zu.
Okay, dann auch aufstehen, auch Wasser weg bringen und auf zum Frühstück. Der Samstag sollte vielversprechend werden zumal ja auch eine organisatorische Änderung im KC-Club anstand.
Vorführungen und Vorträge:
•    D008 V3.0 – aktueller Entwicklungsstand und Ausblick -> Karsten Schlaeth, Mario Leubner und Torsten Paul
•    Tante IDA aus Zella-Mehlis – Betriebsdatenterminal K8902 -> Dirk Kahnert
•    Der helle Wahnsinn: Mechanische Computer von Ascota -> Rüdiger Kurth
•    Zur Geschichte der Rechentechnik -> Dr. Hannes Gutzer
•    Vorführung der EUzebox-Spielkonsole -> Hartmut Wendt
•    CAOS zwischen Blitz und DOS -> Volker Pohlers
•    CDROM am KC85 -> Ralf Kästner
•    KC-Club intern:
o    Kassen- und Mitgliederbericht
o    Neuwahl Kassen- und Mitgliederverwaltung
Die erste Entscheidung am Tag war die Wahl des Mittagessens. Wir konnten aus Wildschweingulasch mit Rotkohl, Kartoffeln oder Klößen, Rinderroulade mit Rotkohl, Kartoffeln oder Klößen und Schnitzel mit Blumenkohl und Kartoffeln wählen.  Problem bei der Sache war nur, dass sich so mancher Mittags nicht mehr erinnern konnte, wo er seinen Strich gesetzt hatte. Aber es hat jeder was bekommen, satt geworden sind auch alle und vom Preis her ist es ja auch okay. Glaube, dass der zusätzlich geschriebene Wunsch nach einem gebackenen Camembert vielleicht sogar berücksichtigt worden ist.
Am meisten gespannt war ich auf die Neuerungen bei der D008. Was sich aber als noch faszinierender herausstellen sollte war die Vorstellung der Ascota von Rüdiger. Ein Wahnsinnsteil mechanischer Rechentechnik. Die kannte schon „Parallelprozessing“, es waren 9 Prozessoren und war die Komplexeste also aus den meisten Einzelteilen, insgesamt 22000 Einzelteile, bestehende mechanische Rechenmaschine. Das Klackern hab ich heute noch im Ohr. Auf seiner Suche nach Ersatzteilen für die Maschine, hat Rüdiger sogar noch einen originalen Reparaturkoffer gefunden und die Maschinen wurden sogar im „Westen“ bei der Sparkasse benutzt, was er uns mittels Bild zeigte.
Organisatorisch als ganz großer Akt entwickelt sich mittlerweile das Gruppenbild. Nicht nur das, das Bild mittlerweile immer „breiter“ werden muss, nein auch jeden erst mal klarmachen, Gruppenbild… Und da ja fast jeder eine Kamera dabei hat, will auch fast jeder ein Bild machen. Also mal eben schnell, ist nicht mehr.
Eine sehr Interessante Ausführung zur Geschichte der Rechentechnik hörten und sahen wir von Dr. Hannes Gutzer. So tief und vor allen so, hab ich die Rechentechnik noch gar nicht betrachtet gehabt.  Ebenfalls toll war der Vortrag von Dirk Kahnert über das Betriebsdatenterminal K8902 aus Zella-Mehlis. Immer wieder faszinierend ist, was Dirk so alles ausgräbt und was für Informationen er zusammen trägt. Die Vorführung der EUzebox-Spielkonsole habe ich nur so am Rande mitbekommen. Ein Interessantes Projekt, wofür mir aber die Zeit einfach fehlt. Verpasst habe ich leider auch irgendwie, den Vortrag von Volker Pohlers. Wirklich zugehört habe ich dann wieder bei der Vorstellung von Ralf Kästner, CDROM am KC85. Die Idee hatte ich auch schon mal, nur umgesetzt habe ich es nie. Nur schön, dass andere auch die Idee hatten und was draus gemacht haben. Die Vorstellung der D008 V3 wurde schon heiß ersehnt, jeder wollte Wissen was es neues dazu gibt. Karsten hatte eine Präsentation erstellt die er uns dann erklärend Präsentierte. Die wichtigsten Eckdaten in der kurzen Zusammenfassung:
•    100% kompatibel zum D004 mit MicroDOS & MLDOS
•    4MB MMU / sRAM für SystemRAM / RAM-Floppy
•    64K Dualport-sRAM als System-RAM & Koppel-RAM
•    EEPROM mit 4 Ebenen zu je 8KByte
•    Taktfrequenzen 4MHz, 8MHz und 16MHz
•    Z80-CPU, Z80-CTC, Z80-DMA und KIOs mit 16MHz
•    CPLDs statt GALs für noch mehr Flexibilität
•    GIDE on Board mit Platz für 2x 2,5“ Festplatte
•    Real Time Clock - RTC 7301 DG
•    Optional Vinculum-USB-Modul und GNET an Board
•    DMA-Controller für schnelle Speichertransfers und FDC-Unterstützung
•    Zwei FDC-Controller:
FDC 9268 kompatibel zum D004
FDC PC8477BV-1 mit vielen neuen Funktionen
•    Unterstützung von 3,5“-HD-Disketten mit 1.44MB und 1.76MB (Booten von 1,76MB-Disketten möglich)
•    Unterstützung von 3,5“-ED-Disketten mit 2.88MB (hardwaremäßig vorgesehen – Noch nicht getestet!)
•    Unterstützung von Bandlaufwerken – FDC Streamer (hardwaremäßig vorgesehen – Noch nicht getestet!)
•    Max. 4 Floppys, Anordnung der Floppys um schaltbar
Am Samstagabend stand noch ein großes Ereignis an, zum einen der Kassen- und Mitgliederbericht und zum anderen die Neuwahl der Kassen- und Mitgliederverwaltung. Doch eins nach dem anderen. Der Kassen- und Mitgliederbericht wurde durch Uwe Schnick mittels einer Powerpointpräsentation präsentiert. Da der KC-Club doch über ein beträchtliches Vermögen verfügt, nutze Karsten Schlaeth gleich die Gunst der Stunde und beantrage für die weitere Entwicklung der D008 eine Projektförderung über 1400 Euro. Die wurde auch ohne Gegenstimmen genehmigt. Nach den Ausführungen von Uwe stand nun die Neuwahl an. Schweren Herzens verabschiedeten wir Uwe aus dem Amt. Er hätte es gerne weiter gemacht aber leider ist die Verwaltung auch mit Zeit verbunden, die halt einfach nicht zu finden war. Da ich mich mit Uwe vorher schon abgesprochen hatte, stellten wir die Frage der Fragen: Wer würde es denn gerne freiwillig machen? Nicht gleich alle auf einmal… Alle schauten sich fragen an, dann vielen die Blicke auf mich. Ich muss dazu schreiben, dass ich ja im Vorfeld schon gesagt hatte, ich würde es machen. Also erlöste ich die Fragen Blicke aller und meldete mich. Ein erleichterndes Grinsen ging durch die Reihen. Die Wahl war schnell durch, da alle mit Ja stimmten. Als kleines „Antrittsgeschenk“ bekam ich eine gerahmte Urkunde mit einem aufgeklebten Glückspfennig. Auf der Rückseite verbarg sich noch ein USB Stick mit den wichtigsten Daten des KC-Clubs. Selbst auf dem KC-Club Treffen verrennt die Zeit wie im Fluge und weit nach Mitternacht gingen dann so langsam die Lichter bei allen aus.
Sonntag war es schon wieder, mal wieder viel zu schnell, nicht mal die Hälfte der Hälfte geschafft die man sich für das Treffen vornimmt. In guter, mittlerweile schon Tradition gewordener Geschäftigkeit machten sich die meisten kurz vor und nach dem Frühstück zum Aufbruch bereit und packen ihre Rechentechnik sorgfältig in „Watte“ ein, damit beim Transport ja nix kaputt gehen kann. Der übliche „harte“ Kern hatte es nicht eilig, es gibt ja schließlich auch noch ein gutes Mittag und danach kann man immer noch gemütlich heimfahren. Also wurde noch ein wenig Smalltalk gehalten, das eine oder andere „Geheime“ Projekt noch aus der Jackentasche gezogen oder aber einfach mal aus dem Nähkästchen geplaudert, wo man wirklich viele Tricks und Kniffe noch lernen kann. Kurz vor dem Mittag packte dann auch der Rest seine Technik ein und verstaute sie im Auto. Das Mittag war wieder lecker und so machten wir dann noch mit gefülltem Bauch ein kleines Gruppenfoto bevor jeder nach Hause aufbrach.
Schade, dass die Treffen immer so schnell vorbei sind, aber die Vorfreude auf das Nächste hält ja wieder ein Jahr. Ach fast hätte ich es vergessen, Die Lokation für das nächste Treffen wird wieder in Garitz sein. Hoffen wir nur, dass dann die Heizung funktioniert oder es draußen locker 25 Grad hat. Und ich hoffe mal auf ein Zimmer in der BuissnesClass zu ergattern. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt.
Steffen Gruhn

Ps.: Da ich voraussichtlich am nächsten Treffe leider nicht teilnehmen kann, gleich mal ein Aufruf an alle die dort sein werden. Bitte erbarme sich doch jemand dann für einen Bericht. Es müssen ja nicht 10 Seiten werden. Aber es wäre doch schön wenn einer einen schreiben würde.