4. Modulares Mikrorechner-System K 1520


Das Mikrorechnersystem MRSK 1520 ist als konsequente Weiter-
entwicklung des Konzeptes K 1510 zu verstehen. Es ist eben-
so modular aufgebaut, wobei jedoch das Kartenformat 215 x
170 mm2 gewählt wurde. Die Verbindung zum Datenbus erfolgt über
zwei 58-polige indirekte Steckverbinder. Der Anschluß periphe-
rer Baugruppen geschieht über maximal drei 39-polige indirekte
Stecker. Die Module sind in Kassetten steckbar untergebracht,
wobei der Uni-Bus 120 mm bzw. 240 mm Länge in gedruckter Rück-
verdrahtung besitzt. Die Anordnung der Module ist beliebig.
Die Stromversorgung der Module erfolgt im allgemeinen durch
das Anwendergerät bzw. die Anwenderanlage.

Eine Übersicht zum K 1520-Baugruppensortiment gibt Tabelle 17.



Tabelle 17: Übersicht zum Modul- und Baugruppenkonzept
des Mikrorechners K 1520





Bild 34: Mikrorechner-System MRS K 1520


4.1. ZRE K 2521, Zentrale Recheneinheit


Die Zentrale Recheneinheit bildet mit dem NMOS-SGT-Mikroprozes-
sor den Kern des Mikrorechner-Systems.
Zur optimalen Problemanpassung besteht die ZRE aus vier Varian-
ten im gleichen Kartenformat 215 x 170 mm.
Die technischen Kennwerte der Zentralen Recheneinheiten sind
durch den Mikroprozessor festgelegt:

- Verarbeitungsbreite: 8 bit (1 Byte),
- adressierbarer Speicher: 64 KByte,
- E/A-Kanäle: 256, erweiterbar,
- Speicherkapazität einer ZRE-Karte:
1 KByte RAM,
4 KByte ROM, PROM,
- Signalpegel: Standard-TTL.


4.2. OPS K 3520, Operativ-Speicher


Der Operativspeicher ist ein Lese-Schreib-Speicher (RAM) für
beliebige Daten. Die Leistungsfähigkeit ist durch den stati-
schen RAM U 202 bestimmt:

- Kapazität eines RAM U 202: 1K x 1 bit,
- Kapazität der Karte: 4K X 8 bit,
- Zugriffszeit: 530 ns.

Eine OPS-Karte enthält 14 RAM U 202.


4.3. PFS K 3820, Festwertspeicher


Der Festwertspeicher ist ein Nur-Lese-Speicher (ROM, PROM) für
Programme und konstante Daten.
Die technischen Parameter der Festwertspeichers sind durch den
maskenprogrammierbaren ROM U 505 oder den EPROM U 555 gegeben:

- Kapazität eines ROM/EPROM: 1 KByte,
- Kapazität einer Karte: max. 16 KByte,
- Zugriffszeit: 530 ns.


4.4. OFS K 3620, Operativ-Festwert-Speicher


Zur optimalen Anpassung an die Anwenderbedürfnisse beim Ent-
wurf spezieller Mikrorechnergeräte dient die kombinierte RAM-
PROM-Platine. Sie enthält maximal 6 KByte PROM, stufbar um
1 KByte und 2 KByte RAM fest eingelötet.


4.5. BVE K 4120, Busverstärker


Der Datentransport über die Baugruppen-Rückverdrahtung hinaus
kann durch den Leistungsverstärker BVE erfolgen. Damit lassen
sich maximal 2,5 m Bus-Verlängerungsleitungen anschließen. Die
Transportsignale entsprechen dem TTL-Pegel.


4.6. ADA K 6022, Anschlußsteuerung


Die Peripherie-Module ADA ermöglichen den Anschluß externer Ge-
räte, insbesondere:

- Lochbandleser daro 1210,
- Lochbandstanzer daro 1215 und
- Kassettenmagnetbandgerät daro 1250.

Die Ansteuerung für die genannten daro-Geräte, die mit dem
Standardinterface SIF 1000 mit 1 Eingabe- und 1 Ausgabeka-
nal versehen sind, erfolgt über ein Statusregister mit Hilfe
der programmierbaren RUF-Abschaltung ADA K 6022.

Die Interface-Schnittstelle entspricht dem Standard SIF daro
1000, KME3-Pegel, max. 20 m Kabellänge.


4.7. BDE K 7622, Bedieneinheit


Die Bedieneinheit dient zu allgemeinen Service-Zwecken für den
Mikrorechner K 1520. Der Anschluß an die ZRE erfolgt über max.
3 m Kabel.


4.8 Programme zum K 1520


Neben der sehr effektiven Anwender-Programmentwicklung mit
Hilfe des Entwicklungssystems MRES 20 ist der Einsatz von
Wirtsrechnern der Familie R 4000 möglich. Die Wirtsrechner-
Systemprogramme (FORTRAN IV) umfassen:

- Cross-Assembler (Makroassembler),
- Cross-Simulations- und Testsystem,
- Cross-Korrekturprogramm,
- Cross-MOS für Rechner des ESER,
- Cross-Aufbereitungssystem (R 4000, R 4200, R 4201).

Zur Ausstattung der Basis-Systemunterlagen des K 1520 gehören
folgende Programme:

- Assembler,
- Editor,
- E/A-Programmodule,
- Lader/Binder,
- mathematische Standardprogramme,
- Konvertierungsprogramme,
- Dienst- und Testprogramme.

Das modulare Mikrorechner-System K 1520 eignet sich für an-
spruchsvolle Einrichtungen, die Maschinen- oder Anlagencharak-
ter haben müssen. Für den Einsatz in der allgemeinen Gerätetech-
nik und in der Instrumenten-Ausstattung ist es überdimensio-
niert, so daß kleinere Modulsysteme (z.B. URSAMAR 5000,
URSALOG 5000 im EGS-Standard 95 x 170 mm2) Anwendung finden.
Da die Bedieneinheit BDE K 7622 als einziges Kommunikations-
mittel zur Verfügung steht, ist eine effektive System-Handha-
bung auf Programm- und Kommandoebene stark beschränkt (Inbe-
triebnahme, Wartung, Testung).

Prinzipiell sind jedoch die wichtigsten Operationen in den
Modulen manipulierbar:

- Starten zu eingebbaren Adressen,
- Stoppen zu eingebbaren Adressen,
- Stoppen zu beliebigen Zeiten,
- Schrittbetriebssteuerung (Einzelzyklen),
- direkter Speicherzugriff,
- Anzeigen von Adressen, Daten und Zuständen der ZVE.

Zur Einleitung der genannten Operationen stehen 16 Tasten für
die Adreßbelegung, davon 8 Tasten für die Datenbelegung und
16 Tasten für Kommandos zur Verfügung.
Adressen werden hexadezimal, Daten binär und Kommandos durch
Einzelsignale angezeigt.