Disketten(un)ordnung?

von Ernst-Heinrich Brünig

Auch wenn es sich um „Standard-Software“ handelt, die sich „nur“ an die Privilegierten unter uns, die D004-Besitzer, richtet, will ich sie gleich in der ersten Ausgabe vorstellen. Das deshalb, weil uns das Programm zur echten Hilfe werden sollte. Es handelt sich um „SUPDIR“ von U. Kern und W. Dames, was mir in der Version 2.0 vom 28.07.86 vorliegt. Wenden wir es konsequent an, können wir uns effektiv über die bei jedem vorliegende Software informieren.

Das Programm katalogisiert alle Disketten indem es jede einzelne mit einem bis zu 5 Zeichen langen, frei wählbaren Namen kennzeichnet und das Directory in einer gesonderten Datei registriert. Diese Datei gestattet es, eine komplette Liste der Files mit vollständigem Dateinamen, der Dateigröße in kByte, Angaben über den Schreibschutz, des Labels der Diskette (5 Zeichen lange, frei wählbare Bezeichnung) und der USER-Nr. auf dem Bildschirm und natürlich auch auf den Drucker auszugeben. Ein weiterer Service ist eine Suchroutine. Nach Eingabe des gesuchten Files antwortet das Programm. Es gibt die bereits o.g. Daten aus.

Dieses Programm hilft uns, die eigene Disketten(un)ordnung zu überwinden. Programm laden, eine nach der anderen Diskette katalogisieren und schon besteht eine exakte Übersicht. Sie hilft jedem selbst, um schnell ein gesuchtes File und der Vielzahl von Disketten zu finden. Außerdem gestattet es, die vollständige Liste auszudrucken und den anderen KC-Usern somit zugänglich zu machen. Sie könnten mir Ihre Liste schicken, die ich über dBase II aufbereiten würde. Eine der nächsten Ausgaben könnte diese „Komplett-Liste“ veröffentlichen. Wir brauchen dann nur noch monatliche Ergänzungen mitteilen.

Hat man eine Diskette bearbeitet, d.h., neue Files hinzugefügt oder bestehende gelöscht oder umbenannt, macht es sich natürlich erforderlich, sie mit „SUPDIR“ erneut zu katalogisieren. Das ist aber kein Aufwand. „SUPDIR“-Diskette ins Arbeitslaufwerk, „SUPDIR“ laden, neu zu katalogisierende Diskette rein, entern und nochmal „SUPDIR“-Diskette rein. Schon ist alles geschehen. Man hat so immer einen aktuellen Überblick über seine Programme und Daten.

Übrigens, dass Programm nimmt nicht nur „MicroDOS“-Disketten, sondern auch „CHAOS“-Disketten, womit ein vollständiger Überblick gewährleistet ist. Noch ein Vorteil, dass Programm ist mit deutscher Ausschrift.

Der Nachteil ist, dass ich keine Kenntnisse über den urheberrechtlichen Status des Programms besitze. Eine Weitergabe kann also durch mich nur erfolgen, wenn der Empfangene mir gegenüber schriftlich erklärt, dass er eventuell entstehende Lizenzgebühren voll übernimmt. Ich glaube aber nicht, dass dies eine Hindernis wird. Was kosten schon CP/M-Programme heute noch?

Hier nun die ausführliche Beschreibung von „SUPDIR“ für jeden Interessenten:

Die Diskette, auf der sich das Programm SUPDIR befindet, legen wir in das Laufwerk ein. Wie gewohnt unter MicroDOS geben wir SUPDIR ein und entern. Auf dem Bildschirm erscheint die Ausschrift:

Super-Directory / V 2.0 /28.07.86 / U.Kern, W.Dames

1250 Eintraege frei.

E)ingabe neuer Disketten

A)usgabe der Liste

P)rogrammsuche

Q)uit

Ihre Wahl?

Da wir ja unsere Disketten zunächst katalogisieren wollen, geben wir ein „E“ ein. Die obige Bildschirmausschrift wird durch folgenden Text ergänzt:

Ihre Wahl? E

Bezugslaufwerk: B

1250 Eintraege frei.

L)aufwerk wechseln E)eingabe, Q)uit

Hier können wir das Laufwerk wechseln, aber wer kann das schon? Weiter wird uns mitgeteilt, dass wir maximal 1250 Files katalogisieren können, doch eine ganze Menge. Wir wollen aber eingeben, deshalb nochmal „E“ drücken. Ohne zu entern, wird die schon bestehende Bildschirmausschrift um die folgende Zeile ergänzt:

Diskette einlegen und dann RETURN druecken!

Wir nehmen nun eine neue Diskette, die lediglich mit „FORMAT.COM“ formatiert wurde. Das Programm ergänzt die Bildschrimausschrift mit:

Diskette nicht identifizierbar

Bitte Diskvolume eingeben (max. 5 Zeichen);

D.h., die Diskette ist noch nicht mit einem Namen versehen und wir müssen ihn nun eingeben. Für unseren ersten Versuch wählen wir den Diskettennamen „BEISP“. Der gewählte Name wir auf der zu katalogisierenden Diskette als Datei ***BEISP.VOL abgelegt. Nach dessen Eingabe entern wir und es erscheint die Ausschrift:

Bezugslaufwerk: B

1250 Eintraege frei.

L)aufwerk wechseln, E)ingabe, Q)uit

Hier geben wir „Q“ ein und das Programm gibt aus:

Sortierung laeuft!

SUPDIR-Diskette in B einlegen und dann RETURN druecken!

Wir folgen dieser Aufforderung und entnehmen die Diskette ***BEISP.VOL dem Laufwerk und ersetzen sie durch die SUPDIR-Diskette. Danach entern wir. Es erscheint wieder das Startmenü. Nun können die anderen Disketten katalogisieren, was in der gleichen Weise erfolgt, nur mit dem Unterschied, dass diese bereits mit den Namen -001- (MicroDOS-Systemdiskette) bzw. 00006 (CHAOS-Diskette) versehen sind.

Jetzt haben wir einen Überblick über die drei durch uns katalogisierten Disketten und können uns die vollständige Liste ausgeben lassen oder nach einer Datei suchen. Das wollen wir tun, zuerst das Ausgeben der Liste. Im Startmenü geben wie ein „A“ ein. Auf dem Bildschirm erschein die Ausschrift:

Ausgabe der Liste:

B)ildschrim oder D)rucker oder E)nde

Wir wählen „B“ und erhalten folgende Information über unsere drei Disketten:

***-001-.VOL/406k/R /-001-/ 0 DICKER .KCC/ 6k/ /00006/ 0

***00006.VOL/494k/R /00006/ 0 DSAVE .KCC/ 2k/ /00006/ 0

***BEISP.VOL/776k/R /BEISP/ 0 FLOAD .KCC/ 2k/ /00006/ 0

ANACONDA.KCC/ 6k/ /00006/ 0 FORMAT .COM/ 4K/R /-001-/ 0

ANGELN.KCC/ 6k/ /00006/ 0 FSAVE .KCC/ 2k/ /00006/ 0

Nun ist der Bildschirm voll und der Cursor fordert zum Entern auf. Nachdem wir dies getan haben, wird die Ausgabe der Kiste fortgesetzt.

S6010.LST/ 2k/R /-001./ 0 TPDIASY .TXT/ 6k/R /-001-/ 0

Es erscheint wieder der Cursor und fordert uns zum Entern auf. Wenn wir es tun, erfolgt in unserem Beispiel wieder das Startmenü, d.h., die vollständige Liste der katalogisierten Files ist nun ausgegeben. (Mit diesem Beispiel haben Sie gleich einen kleinen Einblick in die bei mir vorhandenen Programme erhalten.)

Nun wollen wir noch in unseren drei beispielhaften katalogisierten Disketten nach einem File suchen. Wir geben im Startmenü ein „P“ ein. Es erscheint die Ausschrift:

Ihre Wahl? P

Name des gesuchten Programms:

Wir wählen „TPKC.COM“ und entern. Der Bildschirm fragt uns wieder, ob wir die Ausgabe auf Bildschirm oder Drucker wünschen. Nach Eingabe von „B“ für Bildschirm erscheint dort:

TPKC .COM/ 1k/R /-001-/ 0.

Was sagen uns nun diese Informationen? Nach dem File-Namen und dem File-Attribut wird uns die Länge des Files in kByte ausgegeben. Das „R“ weist uns darauf hin, dass das File „read only“ also schreibgeschützt ist. Danach folgt die Information darüber, auf welcher Diskette sich das gesuchte File befindet und welche User-Nr. vorliegt.

Werfen wir nochmals ein Blick auf die als Beispiel ausgedruckte Liste. An der den ersten drei Positionen steht die .VOL-Dateien der drei katalogisierten Disketten „-001-„, „00006“ und „BEISP“§. Dort ist auch jeweils erkennbar, wie viel Speicherplatz noch auf ihnen frei ist.

Übrigens, wer sich bei der Diskette „00006“ über die Dateiattribute .KCC wundert, wenn er ihm vom Namen her bekannte BASIC-Programme liest; es sind wirklich BASIC-Programme, die mit DSAVE.KCC gespeichert wurden. Sie werden damit automatisch selbststartend. Doch dazu vielleicht in einer anderen Ausgabe mehr, dass deshalb, weil dazu schon im FUNKAMATEUR geschrieben wurde, Auch ich muss die Spielregeln einhalten und kann nicht einfach etwas abdrucken, was bereits in einer Zeitschrift oder einem Buch veröffentlich ist. Eine entsprechende Bitte ist aber bereits an den FUNKAMATEUR auf dem Postwege.

Eine letzte Bitte, wer Informationen über den urheberrechtlichen Status von „SUPDIR.COM“ hat oder in die Finger bekommt, teile es mir bitte mit.